VLBI

Drucken PDF
Die Very Long Baseline Interferometry (VLBI) ist ein interferometrisches Meßverfahren, das sowohl in der Geodäsie als auch in der Radioastronomie angewendet wird. Räumlich getrennte Radioteleskope beobachten simultan Quasare am Rande des Universums (3-13 Milliarden Lichtjahre Entfernung). Das Interferometer wird nachträglich in einem der Korrelationszentren mit den Daten der beteiligten Observatorien rechnerisch aufgebaut.

Mit VLBI bestimmt man die Lage der Rotationsachse auf 0.2mas (Millibogensekunden), die Rotationsgeschwindigkeit der Erde auf 0.2ms, die interkontinentale Entfernung (1.000-12.000km) zwischen den Radioteleskopen auf wenige Millimeter genau sowie die Position und der Erdrotationsparameter, welche bei der Orientierung von globalen terrestrischem Bezugssystem benötigt werden.

Der aus VLBI-Beobachtungen resultierende Quasarkatalog realisiert gemäß IAU-Resolution das primäre zälastische Bezugsysteme ICRS. VLBI gibt Auskunft, wo sich die Erde im Universum befindet.

VLBI in TIGO

TIGO betreibt ein 6m-Radioteleskop mit einem auf -252°C tiefgekühlten Verstärker für das S-Band (2.2-2.4GHz) und das X-Band (8.0-9.0GHz). Die Datenaufzeichnung erfolgt wahlweise mit dem VLBA4 oder dem S2 Aufzeichnungssystem. Als Frequenznormal stehen zwei Wasserstoffmaser bereit (Allan-Varianz 10-15).

In Concepción werden jährlich über 100 24-stündige Beobachtungsserien durch das Koordinationszentrum des Internationalen VLBI Dienstes (IVS) angefordert und ausgeführt.