Lokale Vermessung

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Für die Verknüpfung der Bezugspunkte der einzelnen geodätischen Raumverfahren VLBI, SLR und GNSS wird ein lokales Vermessungsnetz benötigt. In einer lokalen Vermessungen werden die Achsenschnittpunkte der Teleskope und die Zentren der GNSS-Antennen aufeinander eingemessen. Diese daraus resultierenden Raumvektoren zwischen den Bezugspunkten von VLBI, SLR und GNSS erlauben die Zusammenführung der verschiedenen technikspezifischen globalen Bezugssysteme zu dem genausten globalen Bezugssystem, dem International Terrestial Reference Frame (ITRF).

Das Geodätische Observatorium TIGO ist eine Fundamentalstation für Geodäsie auf der die Techniken VLBI, SLR, GNSS und Gravimetrie geometrisch miteinander durch das lokale Vermessungsnetz verknüpft sind. Das lokale Netz wurde erstmals 2003 vermessen.

 

Regionale Vermessung

Ein regionales Netz mit GPS-Permanentstationen ergänzt das lokale Vermessungsnetz auf der TIGO-Plattform. Der Aufbau wurde 2008 abgeschlossen. Es dient der Langzeitbeobachtung der regionalen Tektonik in einer Subduktionszone, in der sich TIGO befindet.
Das Regionalnetz besteht aus vier Stationen, die in allen vier Himmelsrichtungen um TIGO herum in 15km bis 70km Entfernung an den Standorten Dichato, Faro Hualpen, Santa Juana und Bulnes aufgebaut wurden.

Die direkt am Pazifik gelegene GPS-Station Dichato ist mit einem Pegelsensor kollokiert, der über ein Präzisionsnivellement höhenmäßig an das lokale Netz der TIGO Plattform angeschlossen wurde. Für die Definition eines vertikalen Höhenbezugssystems mit TIGO ist dies bedeutsam. Gleichzeitig ist beabsichtigt, den mittleren Meeresspiegel langfristig zu beobachten.